Medialität Persönlichkeitsentwicklung


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Bedürfnisse

Seele > Seelenarbeit

Fünf fundamentale Grundbedürfnisse

Platz: Einen Platz in der Welt zu haben.
Nahrung: Mit Nahrung versorgt zu werden.
Halt: Unterstützung zu bekommen.
Schutz: Beschützt und respektiert zu werden.
Begrenzung: Bedürfnis, begrenzt zu werden.


Der Aufbau des Selbst – nach Al Pesso immer verstanden als Ergebnis einer
Interaktion – nimmt seinen Anfang im Mutterleib. Das Kind bringt die ersten Regungen seines Daseins ein und erlebt in der Beantwortung durch die Mutter sein Dasein, als Platzhaben in dem begrenzten Raum des Uterus, der als Unterstützt-, Geschützt- und Genährtsein bezeichnet werden kann. Es erfährt an der Grenze, an die es stösst, dass es da noch etwas anderes gibt als es selbst, dass es nicht allein ist. In der Schwangerschaft erhält das Kind eine erste Identität als Mensch in Raum und Zeit. Einmal auf der Welt, sind es noch immer diese fünf Grundbedürfnisse Platz, Nahrung, Schutz, Unterstützung und Begrenzung, deren Erfüllung durch die Eltern das Dasein des Kindes bestimmen. Sind sie angemessen zufriedengestellt, dann erlebt sich das Kind in den frühen Äusserungen seines Selbst als wahrgenommen, von elterlicher Liebe umfangen, als akzeptiert und begrenzt. Das Kind spürt dann, dass es harmonisch fliessend ausleben kann, was seine genetische Natur verlangt.
Kommt es zu
Defiziten in einem der genannten Bereichen, wird in diesem frühen Stadium ein Muster entwickelt, das bspw. im Mangelgefühl, Grenzenlosigkeit, Haltlosigkeit oder Schutzlosigkeit unser späteres Leben prägt. Fehlt das Gefühl der Begrenzung (dem Willen des Kindes wird stets nachgegeben), kann daraus ein Gefühl der Grenzenlosigkeit, das Gefühl einer Omnipotenz entstehen (Allmachtsgefühl, „mein Denken/Tun bewirkte eine Katastrophe am anderen Ende der Welt“, „ich bin an allem Schuld“, „ich bin der Ausserwählte als Sprachrohr Gottes“ etc.).
Wenn die beiden existenziellen Kräfte
Sexualität (Erschaffen) und Aggression (Tod) ausser Kontrolle geraten, können diese Nuklearkräfte, wie Pesso sie nennt, zerstörerisch wirken. Sind diese Kräfte durch das Erfüllen der Grundbedürfnisse „harmonisch“ moduliert, kann Zärtlichkeit, Mitgefühl, Liebe und produktive Arbeit entstehen.
Traumata durch Seelisch-körperliche Übergriffe. Neben dem Nichterfüllen (Defizit) eines der fünf Grundbedürfnisse, können in der Entwicklungsphase physische oder psychische Übergiffe stattfinden, die als Trauma das spätere Leben prägen. Die traumatische Erfahrung verletzt die Unantastbarkeit des Selbst und übernimmt die Kontrolle über das Selbst. Das Selbst kann sich nicht entwickeln, sodass kein vollständiges „Ichgefühl/Selbstwert“ erlebt werden kann. Überlebensreaktionen werden ausgelöst, wie innerlich zu erstarren, zu kämpfen oder zu fliehen (Depression, Depersonalisation, Aggression, Angst und Panik). In keinem Fall findet eine Interaktion mit der Aussenwelt statt, sondern das verletzte Selbst verbarrikadiert sich hinter einem „schützenden, unnahbaren Eisenpanzer“.



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